Indikation und Behandlung| Marienbad

 

Indikationen sind in Marienbad im Gegenteil zu anderen Kurstädten sehr vielfältig. Es ist hauptsächlich deswegen, weil die chemischen Zusammensetzungen der Quellen in Marienbad sehr verschieden sind. Hier werden folgende Krankheiten behandelt:

 

  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
  • Nervenerkrankungen, organische Nervenkrankheiten
  • Krankheiten des Verdauungsapparates
  • Stoffwechselstörungen
  • Nichtspezifische Erkrankungen der Atemwege
  • Hautkrankheiten
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates

 

Trinkkur

Die Menge des ausgetrunkenen Mineralwassers wird je nach der Diagnose und dem Stand des Patienten angeordnet. Am meisten ¾ Liter täglich, verteilt auf mehrere Teile. Aus den natürlichen Sauerbrunnen, die in Marienbad und der Umgebung von Marienbad entspringen, trinkt man nur einen kleinen Teil oder man füllt es in Flaschen ab. Der größere Teil des Mineralwassers wird für Kohlensäurebäder genutzt.

 

Kohlensäurebäder

Die Behandlungen werden wegen der erheblichen Korrosion von Materialien in speziellen Wannen praktiziert. Die Temperatur des Wassers ist 32 – 36 Grad Celsius. Man benutzt hier die Eigenschaft des im Wasser enthaltenen Kohlendioxyds, sich schnell in die Haut zu absorbieren und die Hautadern zu erweitern, was zu einer Veränderung des Blutbildes und auch zu einer Senkung des peripheren Widerstands der Gefäße führt. Das Kohlensäurebad wird am meisten bei Patienten, die Beschwerden mit den Nieren, Herz und Adernkrankheiten und anderen Krankheiten haben, verschrieben. Die Bäder haben Regenerationswirkungen auf den Organismus und stabilisieren den Kreislauf.

 

Gasbäder

Für diese Bäder benutzt man das Kohlendioxyd aus der Marienquelle. Dieses sog. Mariengas besteht aus 99 % CO2, inerten Gasen und H2S. Bei den Gasbädern legt sich der Patient in das Quellgas. In dieser Form absorbiert sich das Gas durch die Haut.

 

Gasinjektionen

Die Gasinjektionen sind zur Behandlung einiger Hautprobleme geeignet. Die Benutzung der Gasinjektionen (besser gesagt subkutaner Injektionen) des Kohlendioxyds verbreitete sich in Marienbad nach dem 2. Weltkrieg.

 

Peloide

Gehören zu den klassischen natürlichen Heilmitteln. Es sind aufbereiteter Schlamm, Moor, Torf, die nach einer Erwärmung in der Form von Umschlag oder Kompresse benutzt werden.